Barcelona – unsere Reise

Unsere Reise

Wir haben uns entschieden, unsere diesjährigen Sommerferien in Barcelona zu verbringen. Die Vorfreude ist gross, und so durchstöbern wir das Internet nach Berichten und Bildern über diese Stadt. Da wir beide gerne „unterwegs“ sind, soll auch die Hin- und Rückfahrt ein Erlebnis werden. Und ich – vor ein paar Monaten habe ich angefangen spanisch zu lernen – übe bis zum Ferienbeginn noch fleissig die erlernten neuen Wörter 🙂

Heute ist es soweit – die Reise kann beginnen!

Bahnfahrt Luzern – Milano – Genua

Kurz nach 8.00 Uhr, begleitet von Sonne und blauem Himmel, bringt uns der Bus der VBL zum Bahnhof Luzern. Für die weitere Reise besorgen wir uns noch Gipfeli und Getränke. Etwas später setzen wir uns in den Zug und geniessen die idyllische Fahrt Richtung Süden. Nach 4 Std. treffen wir in Milano ein. Der Bahnhof ist voll von Menschen. Früher konnte man sich im Bahnhof frei von drinnen nach draussen bewegen; heute muss man, um zu den Geleisen/Zügen zu gelangen, einen Kontrollterminal passieren. 15 Min. später fährt unser Zug in die Bahnhofshalle ein und wir nehmen auf unseren reservierten Sitzen Platz (der Zug ist voll belegt, daher unbedingt Sitzplätze reservieren!). Weiter geht die Reise nach Genua. Eigentlich sind diese 1 1/2 Std. Bahnfahrt (Milano-Genua) eine kurze Strecke, doch ohne Klimaanlage (welche defekt ist), ohne Möglichkeit ein Fenster zu öffnen, der Zug vollbesetzt mit Reisenden und 30° Aussentemperatur, fühlt sich die Fahrt endlos lang an. Dann die Erlösung! Lachend und schweissgebadet steigen wir aus dem Zug.

Genua – Genova (Italien)

Wir stehen am Bahnhof in Genua und heissen uns willkommen. Nur wenige Schritte (ca. 2 Min.) vom Bahnhof entfernt, finden wir unsere Unterkunft für eine Nacht. Anmeldung an der Rezeption, Koffer ins Zimmer bringen, kurze Besichtigung von Zimmer und Bad inkl. kleiner „Katzenwäsche“ – und schon befinden wir uns wieder unten auf der Strasse. Das preiswerte Hotel (Hotel Britannia) ist perfekt für einen Kurzaufenthalt; unmittelbar neben dem Bahnhof und mitten im geschäftigen Trubel mit zahlreichen hübschen Cafés, Restaurants und Geschäften. Und wir freuen uns nun auf den ersten echten italienischen Café!

Für den morgigen Tag haben wir auf einer Autofähre die Überfahrt von Genua nach Barcelona gebucht. Damit wir morgen keinen Stress haben, machen wir uns bereits heute auf die Suche nach dem Fährhafen. Eine halbe Stunde später stehen wir am Hafen und sind überwältigt vom Anblick der vielen grossen Schiffe und Autofähren, die in Genua ein- und auslaufen. Genua hat den grössten Hafen von Italien. Unzählige Autos und Lastwagen verlassen die Fähren, während kurze Zeit später zahlreiche andere im Bauch der Schiffe verschwinden. Es herrscht reger Betrieb, und fasziniert von dieser grandiosen Kulisse machen wir viele schöne Fotos.

Auf dem Rückweg entdecken wir noch weitere Sehenswürdigkeiten von Genua: den markanten Leuchtturm (Torre della Lanterna di Genova), der alte Hafen, das moderne (wenn auch nicht so schöne) WTC, der kleine und hübsche Mercato, der Palazzo Ducale, die imposanten Renaissancepaläste und Hotels aus dem früher florierenden Genua, und, und…Die Stadt liegt am Meer und die Häuser reichen weit in die umliegenden Hügel – sie erinnert mich ein wenig an Monaco. Und wusstet ihr, dass hier in Genua Kolumbus geboren ist? Interessierte können das Geburtshaus von Kolumbus besichtigen.

Den Abend verbringen wir in einem netten Strassenbistro und lassen es uns mit feinem italienischem Essen und leckeren Drinks bis spät in die Nacht gut gehen.

Nachdem wir am 2. Tag unseres Urlaubs „ausgecheckt“ haben, machen wir uns zu Fuss mit Koffer auf den Weg zum Hafen. Zwei Stunden bleiben uns noch bis zur Abfahrt, genug Zeit also, um gemütlich die Tickets zu besorgen, Essen und Getränke als Notvorrat zu kaufen und dem spannenden Hafenbetrieb zuzuschauen. Gemäss unserem Buchungsdokument dauert die Reise Genua-Barcelona 25 Std. (Abfahrt 13.00 Uhr, Ankunft 14.00 Uhr a. folg. Tag). Mein Vater fragte uns vor dem Urlaub noch, ob das auch wirklich 25 Std. dauert??

Grande Nave – Unsere Fähre „Fantastic“

Dann ist es soweit – auf diesen Moment und auf dieses Abenteuer haben wir uns speziell gefreut – Nur wir beide und weitere fünf Reisende (alle anderen fahren mit Auto, Motorrad oder Lastwagen auf/die Fähre) überqueren zu Fuss den grossen Parkplatz und stehen dann vor unserem Schiff. Wow – drei riesige Eingänge (wie hungrige offene Mäuler) verschlingen ein Fahrzeug nach dem anderen. Am Eingang zeigen wir unsere Tickets und begeben uns an Bord. Im Innern der Fähre fahren wir mit der Rolltreppe in den ersten Stock. Eine Mitarbeiterin heisst uns willkommen, nimmt unser Gepäck zur Hand und führt uns über Treppen und lange Gänge zu unserer Kabine im 3. Stockwerk. Beeindruckt ob der vielen Korridore und zahlreichen Zimmern stehen wir da und fragen uns lachend, ob wir den Weg zurück wohl wieder finden!

Wir betreten neugierig unsere Kabine – das Zimmer ist hell und gemütlich; ein grosses Fenster mit Sicht aufs Meer (momentan noch auf den Hafen), ein bequemes Doppelbett, TV, Radio, und ein sep. Bad mit Dusche, WC und Lavabo – einfach super!

Nun aber schnell wieder nach Draussen aufs offene Deck, wir wollen ja nicht die Abfahrt verpassen!

Wir stehen am Heck der Fähre und schauen den Arbeitern bei den letzten Vorkehrungen zum Auslaufen zu. Nachdem der letzte Lastwagen im Innern des Schiffes verschwindet, werden alle drei Rampen hochgezogen und fest gemacht.  Die Motoren laufen auf Hochtouren, ein leichtes Vibrieren ist spürbar und schwarzer Qualm entweicht mehreren Kaminen. Weisser Gischt vermischt sich schäumend mit dem Meer – und dann heisst es „Schiff ahoi“ – „Ship ahoy“.

Auf der Fähre von Genua nach Barcelona

Die riesige Fähre setzt sich in Bewegung und wir tuckern aus dem Hafen von Genua. Wir bewundern die gigantischen Container-Kräne, die unzählige farbige Container auf die Schiffe hieven,  Öltanks, Kreuzfahrtschiffe und die Schiffswerft. Hier in Genua wird seit zwei Jahren die „Costa Concordia“ verschrottet, die 2012 vor der Insel Giglio im Mittelmeer durch ein tragisches Unglück gesunken ist. Wir gleiten ins offene Meer hinaus und blicken noch ein letztes Mal zurück auf Genua. Wir holen uns einen Café, setzen uns an die Sonne und geniessen den blauen Himmel, den angenehmen Wind und das glitzernde Meer – was will man mehr?! :-))

Später erkunden wir das Schiff und merken bald einmal, dass es gar nicht so einfach ist, sich zu orientieren. Die vielen Gänge, Treppen, Lifte, Ein- und Ausgänge lassen unsere Entdeckungstour zu einem lustigen Abenteuer werden. Vier grosse Säle (wie Wartehallen mit Flugzeugbestuhlung) gefüllt mit Reisenden, welche keine Kabine gebucht haben, Restaurants, Souvenirladen, Spielsalon, Disco (tagsüber wird dieser Raum von den vielen Marokkanern als Moschee genutzt), Aufenthaltsräume, Kapelle, Kaffeebar, ein leerer Pool (hihi), Fitnesscenter, zahlreiche Kabinen (mit und ohne Fenster), und nicht zuletzt die immens grosse Garage für die Fahrzeuge. Und für die Tiere gibt es Hunde- und Katzenboxen; die Halter dürfen sich mit ihren Hunden nur zu bestimmten Zeiten auf dem Deck aufhalten. Wir sind begeistert von unserem schwimmenden Koloss!

Nach diesem ereignisreichen Tag nehmen wir eine Dusche und begeben uns ins ruhigere A-la-carte-Restaurant (das andere grosse Restaurant mit Buffet ist sehr laut), wo wir uns mit einem leckeren Nachtessen stärken. Danach gehen wir noch ein letztes Mal aufs Deck hinaus. Dunkle Nacht umgibt uns. Einige Marokkaner rauchen ihre Shisha und verbreiten einen süsslichen Tabakgeruch. Für uns ist es Zeit ins Bett zu gehen.

Am nächsten Morgen werden wir von der aufgehenden Sonne geweckt. Es ist noch früh und wir geniessen die Aussicht aufs Meer. Als auf einmal immer mehr riesige Schiffe und Tanker auftauchen, machen wir noch Witze darüber, dass wir wohl demnächst in Barcelona sein werden. Doch laut unserem Fahrplan dauert die Reise noch 6 Std., wir können also noch etwas schlafen. Dann plötzlich, um 7.15 h, ertönt eine schrille Durchsage durch den Lautsprecher, die uns mitteilt, dass die Kabine innerhalb von   30 Min. geräumt sein muss und wir in ca. 1 Std. in Barcelona eintreffen. Wie bitte?! Wie aufgeschreckte Hühner setzen wir uns im Bett auf, schauen uns irritiert an…dann prusten wir los und können uns vor lauter Lachen fast nicht mehr einkriegen:-)) Tja, dann gibt es eben keine Morgendusche mehr. Eine kurze „Katzentoilette“, rein in die Klamotten und Koffer reisefertig machen. Als wir unsere Kabine verlassen, wirbeln draussen unzählige Reinigungsmänner umher, um all die vielen Zimmer bis zum Eintreffen in Barcelona wieder bezugsbereit zu haben. Wir deponieren unser Gepäck und setzen uns mit Kaffee und Brioche hin, um noch gemütlich den Rest unserer Reise zu geniessen.

Der Hafen von Barcelona

Die Einfahrt in den riesigen Hafen von Barcelona ist einzigartig und dauert gut eine Stunde. Im Vergleich zu Genua ist alles nochmals viel grösser – Riesige Containerschiffe, Kräne, Öl-Türme und Zementsilos, Tausende von farbigen Containern, die gigantischen Kreuzfahrtschiffe – und wir sind tief beeindruckt von diesem Hafen! Dann, nach knapp 20 Std. Fahrt verlassen wir etwas wehmütig unsere Fähre. Der Bus für die Weiterfahrt ins Zentrum von Barcelona wartet bereits und wir steigen ein. Nachdem auch die anderen Reisenden ihr Gepäck im Bus verstaut und Platz genommen haben (Dauer ca. 15 Min.), fährt der Bus los – ganze 30 Meter – um uns dann alle wieder aussteigen zu lassen! Echt, das ist kein Witz und wir wären viel schneller zu Fuss die paar wenigen Schritte gelaufen. Doch es ist verboten, sich im Hafengelände aufzuhalten, überall patrouillieren Wachmänner mit Maschinengewehren. Amüsiert nehmen wir eine Rolltreppe und gelangen durch ein Gebäude zum Ausgang. Wir beschliessen, den ca. 1 km langen Weg ins Zentrum zu laufen.

Barcelona (Spanien)

 

Fortsetzung folgt…:_))

 

 

 

 

 

 

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