Erfahrungsbericht zur Panasonic TZ202 Reisezoomkamera

Praxistest und Erfahrungsbericht zur Panasonic TZ202 Reisezoomkompaktkamera

 

Meine alte Kamera

Seit einiger Zeit bin ich auf der Suche nach einem Ersatz für meine im Jahr 2012 gekaufte Reisezoomkamera Panasonic DMC TZ31. Die TZ31 ist (war) eine wirklich gute Reisekamera mit Superzoom. Sie war bereits mit einem Touchscreen ausgerüstet, auch wenn dieser eher träge und schwerfällig funktioniert. Die Auflösung bei den Fotos von bis  4320 x 3240 wäre auch heute noch genügend. Ebenso die Videoaufnahmen von 1920 x 1080 Pixel. Und das 20fach-Zoom (plus 4x Digital) ist auch heute noch ein Topwert. Mit einem CMOS-Sensor von 1/2,3″ (6,2 x 4,6 mm) und 14,1 Megapixel (effektiv) ist sie aber in Sachen Bildqualität mit den neusten Reisekameras nicht mehr konkurrenzfähig. Also ist nach 7 Jahren eine neue Kamera fällig.

 

Anforderungen neue Kamera

Bei der Auswahl einer neuen Reisezoomkamera habe ich mir sehr viel Zeit gelassen und viel darüber gelesen und gelernt. Irgend wann war ich mir sicher, dass eine neue Reisezoomkompaktkamera folgende Anforderungen erfüllen müsste:

  • Kleine Kamera die schnell griffbereit ist (entweder aus Hosentasche oder Hüftgurttasche des Rucksacks)
  • Mindestens ein 12-fach Zoom
  • GSP integriert damit Bilder auf einer langen Reise schnell und einfach dem Aufnahmeort zugeordnet werden können
  • Hervorragende Bildqualität und gute Videoeigenschaften (dies ist gewichtet mit Abstand die wichtigste Eigenschaft)

 

Was der Markt momentan so zu bieten hat

Leider hat keine Kamera auf dem Markt alle meine Bedürfnisse abgedeckt. Am Ende lagen bei mir die beiden Modellen Sony DSC-RX100-VI und die Panasonic Lumix DC TZ202 zur Auswahl. Der Hauptgrund weshalb es diese beiden Kameras in die Endausscheidung geschafft haben ist die Bildqualität bei den Fotos sowie die hervorragende Videoqualität. Ein wirklicher Witz ist aber, dass beide Reisekompaktkameras keine eingebauten GPS mehr haben (bei der Panasonic TZ-Reihe ein wirklicher Rückschritt, da doch bis zur Version TZ61 (erschienen im Jahr 2014) das GPS integriert war). Aber stand 2019 haben nur sehr wenige Reisekompaktkameras mit einem starken Zoom ein integriertes GPS. Alternativ besteht die Möglichkeit via Smartphone auf umständliche Art als GPS-Logger zu missbrauchen (klar, das Smartphone ist ja schon heute ein quell unendlicher Energie ;-)). 

Da die auch die letzten beiden überbleibenden Kameras nicht meinen Vorstellungen entsprechen bin ich davon ausgegangen, dass ich in den nächsten Jahren weiter nach meiner Idealkamera Ausschau halte und habe mich deshalb entschlossen, die preislich um einiges günstigere Panasonic DC-TZ202 der Sony RX-100VI vorzuziehen (Preisdifferenz ca Fr./Euro 500.– (TZ202 auf Amazon ansehen,RX-100VI auf Amazon ansehen).

Einen detaillierten Vergleich dieser beiden Kameras bekommst du bei “dkamera“.

 

Mein Erfahrungsbericht über die Panasonic Lumix DC-TZ202

Nachdem ich nun die Panasonic TZ-202 bereits einige Male bei Städtereisen, Wanderungen und anderen Aktivitäten im Einsatz hatte möchte ich folgendes Urteil über diese Kamera abgeben:

Alles in allem eine recht gute Reisesuperzoomkompaktkamera. Allein schon bei diesem Wort ist ja zu entnehmen, dass diese Lumix-Kamera eine Wollmilchsau ist. Da es diese auch in der Kamerawelt nicht wirklich gibt, hat diese gute Kamera halt so ihre Abstriche. Deshalb möchte ich gleich mit den beiden negativsten Punkten anfangen:

  • Kein integriertes GPS. Die Alternative via GPS-Logger vom Smartphone finde ich persönlich ungenügend und eine schwache Alternative (mehr Angaben dazu weiter unten). Die beiden Geräte müssen ständig gekoppelt sein was dem Akku eines Smartphones auch nicht gerade Freude macht. Gerade bei Mehrtagestouren in den Bergen ein no-go. Eine Reisekompaktkamera ohne GPS (ist ja eine Kamera, kein GPS-Gerät) ist wie ein Fernseher ohne Ton (ist ja ein Seher kein Hörer). 
  • Für eine Reisekompaktkamera ist die Panasonic Lumix DC-TZ202 etwas zu gross. Sie ist im Hosensack störend. Bei den meisten Rucksäcken hat diese Kamera in den Hüftgurttasche keinen Platz mehr (die Panasonic TZ31 hat noch gut gepasst, die Sony RX-100VI würde vielleicht noch gehen). Auch das doch wesentlich aus dem Gehäuse herausstehende Objektiv sowie der hervorstehende Sucher ist beim verstauen hinderlich.
  • Kein schwenkbares Display und kein Mikrophone-Eingang
  • Etwas kleine, unhandliche  Knöpfe auf der Rückseite

 

Aber selbstverständlich wäre es für mich keine gute Kamera, wenn nicht die Vorteile überwiegen würden. Folgende Eigenschaften finde ich teilweise sehr gut:

  • Super Bildqualität. Hier leistet der für diese Kameragrösse enorme 1″ CMOS-Sensor (13,2 x 8,8mm) sehr gute Arbeit. Die 20 Megapixel kommen sehr gut rüber. 
  • Die Zoomfunktionen (15fach Optisch, 2fach Digital) haben mich überzeugt, funktioniert es doch schnell und leise.
  • Fasziniert hat mich die Qualität bei den Videos (bis 3840 x 2160 Pixeln und 30 Bildern pro Sekunde). Hier wirkt sich der gute 5-Achsen Bildstabilisator sehr vorteilhaft aus. Auch wenn während der Aufnahme gezoomt wird beleibt das Bildmaterial hochwertig. Die Geräusche des Zooms sind fast nicht hörbar.
  • Zeitlupen-Videoaufnahmen mit 100 Bildern pro Sekunde sind möglich 
  • Der gummierte Griff auf der Vorderseite sowie hinten auf Daumenhöhe gibt mir ein sicheres Haltegefühl.
  • Der manuelle Sucher ist hervorragend (2.33 Mio Punkte)
  • Wi-Fi und Bluetooth

 

Bilder der Panasonic Lumix DC-TZ202

 

Geotagging

Wie bereits erwähnt gibt es bei der Panasonic Lumix DC TZ202 kein integriertes GPS (sehr sehr schade..). Die alternative ist ein Geotagging via Smartphone. Die Hersteller meinen, dass man ja eh ein Smartphone mit dabei hat und in diesem bereits GPS integriert ist. Da können doch diese Angaben vom Smartphone direkt auf die Kamera gespielt und in den Exif-Daten der Bilder gespeichert werden. Zudem sei das Smartphone ja eh mit den Satelliten verbunden, da muss sich die Kamera ja nicht auch noch diese Aufgabe übernehmen, damit sollte ja auch Zeit gewonnen werden. Meiner Meinung nach aber wollen die Hersteller damit einfach nur Kosten sparen.

Dass es via Bluetooth 4.2 LE (BLE) funktioniert ist schon einmal ein guter Schritt, da diese Verbindung weniger Strom verbraucht als andere Bluetoothverbindungen, aber eben, der Akku des Smartphones wird halt doch belastet. Zudem kann man im Netz des Öfteren lesen, das die Verbindung zwischen Handy und Kamera nicht immer reibungslos und stabil funktioniert.

Meine Erfahrungen damit sind durchzogen. Zuerst die “Panasonic Image App” installiert, dann die Koppelung meines iPhones mit der TZ202 gemacht und auf der Kamera unter Menu/Bluetooth die Standortübermittlung etc frei geschalten und seit da funktioniert es – teilweise! Dabei aber darauf achten, dass die App “immer” Zugriff auf den Standort hat (nicht nur “bei Verwendung”), sonst funktioniert es nicht noch weniger. Und genau das ist schon wieder ein Punkt der mich nervt (ich schalte es auf meinem iPhone immer aus, muss aber jeweils daran denken es wieder zu aktivieren, wenn ich Geotagging verwenden möchte). Wenn die App aktiv ist und die Kamera eingeschalten wird, dauert es bei mir ca 15-20 Sekunden bis das Geotagging aktiviert ist, erkennbar durch das BT-Zeichen und dem GPS-Text auf dem Display. In der Praxisanwendung draussen in der Natur erhalte ich bei der “Koppelung” immer wieder erhalte so Meldungen wie “Verbindung verloren”, “Fernsteuerung beenden?” und so weiter. Tja, wirklich gut ist diese Lösung nicht. Die Bilder die ein Geotagging erhalten haben können später aber einwandfrei dem Aufnahmestandort zugeordnet werden.

So zeigt die Kamera dass ein GPS Signal vorhanden ist

 

Fazit:

Meiner Meinung nach gehört die Panasonic Lumix DC-TZ202 momentan zu den besten Wollmilchsau-Kameras die es gibt. Sofern auch der Preis als Kriterium mit eingeschlossen wird ist sie wahrscheinlich die Beste. Super Zoom, super Bildqualität bei Foto und Video, qualitativ hochwertige Verarbeitung, gute automatische Fotoprogramme welche aber auch durch manuelle Einstellmöglichkeit ergänzt werden können zu einem vernünftigen Preis. Wer mit bescheidenen Geotagging via Smartphone Leben kann darf diese Kamera mit gutem Gewissen kaufen.

 

Komplette Technische Daten der Panasonic Lumix DC-TZ202 direkt bei Panasonic

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2 Kommentare

  1. Ich suche einen Nachfolger für meine TZ61. Am Schluss bleibt die TZ202, habe sie aber noch nicht gekauft. Ich bin ebenfalls der Meinung, dass eine Reisekamera GPS haben sollte. Allerdings: weil die Kameras mit GPS, wie meine TZ61, ohne weitere Hilfsmittel einen GPS Fix herstellen müssen, dauert das manchmal lang, oft zu lang. Das Handy, das auch dabei ist, findet mit Hilfe von GSM– und WiFi Antennen in der Regel die akkurate GPS Position schneller.
    Was mich interessiert: die TZ202 kann Bilder geotaggen, via das Handy und neu via Bluetooth, statt mit einem Log File. Das heisst, die Koordinaten werden bei der Bildaufnahme mit in die EXIF Daten geschrieben, Voraussetzung: BT Koppelung zwischen Kamera und Handy.
    Funktioniert das problemlos?

    1. Hallo EB

      Ja, ich begreife es wirklich nicht, dass das GPS-Modul nicht in der Kamera integriert ist. Könnte ja als Option verkauft werden (zB TZ202-GPS) wenn es wirklich soviel kostet dass alle Hersteller darauf verzichten wollen/müssen.

      Ich habe meinen Erfahrungsbericht aufgrund deines Kommentars mit dem Abschnitt “Geotagging” ergänzt und hoffe, dass du damit auch die gewünschte Antwort auf deine Frage erhalten hast.

      Grüsse

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