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Pilatus-Allgemein

Pilatus – Der Drachenberg

 

Pilatus von Kriens aus gesehen

Für einen aus der Region Luzern, für einen wie mich und meine Kollegen, ist der Pilatus der Hausberg par excellence. Eine wirklich eindrückliche Erhebung der Natur welcher auch nach dutzenden Besteigungen seinen Reiz nie (NIE!) verlieren wird. Logisch, wie viele Berge bietet er eine tolle Aussicht und gesunde Höhenluft, aber der Pilatus bittet noch viel viel mehr. Aber nun mal der Reihe nach.

 

 

Geographie

Der Pilatus ist ein imposantes Bergmassiv südlich von Luzern, direkt im Herzen der Schweiz. Es liegt im Grenzbereich der Kantone Luzern, Nidwalden und Obwalden. Mit der Bahn gelangt man bequem auf den 2070 Meter hohen Pilatus Kulm. Von dort aus gelangt man zu Fuss in wenigen Minuten auf den „Esel“ mit einer Höhe von 2119 Metern. Direkt neben dem Pilatus liegt das Tomlishorn. Mit einer Höhe von 2128,5 Metern über Meer ist das der höchste Punkt des Pilatusgebirges. Mit dieser Höhe gehört der Pilatus zwar nicht zu den höchsten aber trotzdem zu den Grössten  Bergen der Schweiz ;-).

 

Geschichte

Schriftlich erwähnt wurde der Pilatus erstmals im 13. Jahrhundert aber man geht davon aus, dass bereitsDei steilste Zahnradbahn der Welt früher keltische Hirten dort gewohnt haben. So richtig bekannt wurde der Pilatus aber erst recht, als der Gotthard (Nord-Süd-Verbindung) erschlossen und in Etappen zwischen 1818 bis 1830 verkehrstauglich ausgebaut wurde. Von da an kamen Reisende aus der gesamten Welt. 1859 bestieg auch Richard Wagner den Pilatus und war von der atemberaubenden Aussicht über die Zentralschweiz überwältigt. Aber auch Königin Victoria von England, welche hoch zu Ross auf dem Pilatus war erging es gleich.
Im Jahr 1889 wurde die vom Ingenieur Eduard Locher erbaute 4618 m lange Bahnstrecke von Alpnachstad nach Pilatus Kulm in Betrieb genommen (Dampfbetrieb bis 1937). Bis heute ist diese Bahn mit 48% Steigung die steilste Zahnradbahn der Welt. 1890 wurde das Hotel Pilatus Kulm eröffnet. Heute besuchen pro Jahr mehr als 400’000 Leute den Hausberg Luzerns.

 

Sagen und Mythen

Aber fast noch interessanter als die Geschichte sind die Sagen und Mythen um dem „Drachenberg


Die Pilatussage

Seit dem 15. Jahrhundert erzählten sich die Einheimischen am Pilatus, dass der kleine See in der Oberalp-Senke Schuld an schrecklichen Unwettern sei. Sobald das Wasser dieses winzigen Seeleins in Wallung gerate, entstünden diese verheerende Unwetter. Und Schuld an diesen Wallungen habe die Pilatus-Oberalp-Pilatusseeruhelose Seele des Pontius Pilatus. Eben dieser tauche jedes Jahr am Karfreitag aus dem Wasser auf um seine blutigen Hände zu waschen. Kaiser Tiberius habe Pontius Pilatus zur Strafe für die Verurteilung Jesu Christi in Ketten legen lassen, worauf Pilatus Selbstmord gemacht haben soll. Den Leichnam habe man darauf hin in den Tiber geworfen, doch der Fluss hat seinem Ärger darüber mit grossen Wasserfluten gezeigt. Daher sei die Leiche wieder geborgen worden und in der Rhone versenkt worden. Doch auch dort trieb der Geist des Verdammten sein Unwesen. Darauf hin wurde beschlossen, den Pontius Pilatus im abgelegenen Seelein am Pilatus zu versenken. Hier nun gab er anscheinend einigermassen Ruhe. 1585 stieg der Pfarrer von Luzern mit einer mutigen Schar von Bürgern auf den Pilatus und warfen so lange Steine in den Pilatussee bis der Bann gebrochen war. Um ganz sicher zu sein, dass der Geist des Pontius Pilatus keine Gewitter mehr bringt, legte man 1594 den Teich auf der Oberalp trocken.


 

Die Drachensage


Im Mittelalter glaubten die Menschen rund um den Pilatus, dass heilbringende Drachen im Pilatusgebirge wohnten. Im Sommer 1421 flog ein gewaltiger Drache zum Pilatus aber bevor er sein Ziel erreichte, stürzte er direkt neben einem Bauer die Tiefe. Der Bauer erschrak so stark, dass er in Ohnmacht fiel. Als er wieder zu sich kam, fand er einen Klumpen geronnenes Blut und den Drachenstein (dessen Heilwirkung 1509 amtlich bestätigt wurde!). Im Herbst verunglückte ein Jüngling am Pilatus und stürzte in eine tiefe Höhle. Dabei landete er zwischen zwei Drachen. Doch diese taten ihm nichts. Als es Frühling wurde flog einer der Drachen fort. Der andere Drache kroch zum Ausgang und hielt dem Burschen den Schwanz hin um ihn so aus der Höhle heraus zu ziehen.
Später soll ein Landamann Winkelried einen der Pilatusdrachen getötete haben indem er einen mit Dornengestrüpp umwickelten Speer in den offenen Rachen des Drachens steckte und diesen dann mit dem Schwert erlegte. Dabei spritzte ein Tropfen des Drachenblutes auf seine Hand und liess das Blut in seinen Adern gefrieren, worauf auch Winkelrieds starb. (ich persönlich frage mich noch heute, weshalb kommte einer auf die Idee, einen heilbringenden Drachen zu töten?)
Später, nach einem grauenhaften Unwetter, am frühen Morgen des 26. Mai 1499, tauchte in Luzern ein riesiger flügelloser Drache aus den wilden Wassern der Reuss direkt bei der Spreuerbrücke auf. Es wird vermutet, dass der Drache vom Gewitter überrascht wurde und vom Pilatus her in den Krienbach gespült worden war, der unterhalb der Jesuitenkirche in die Reuss mündet. Mehrere ehrbare und gebildete Bürger Luzerns verbürgten sich für die Wahrheit dieser Geschichte

 

Pilatus – Der Wetterprophet

Wie an vielen Bergen die relativ alleine stehen sammeln sich an den Hängen des Pilatus gerne Wolken. So konnten von jeher die Bewohnern der Region dem Pilatus auch eine Rolle als Wetterprophet zuschreiben. Die Wetterregel lautet:

 

Hat der Pilatus einen Hut
bleibt das Wetter gut.
Hat er einen Nebelkragen
darf man eine Tour wohl wagen.
Trägt er aber einen Degen,
bringt er uns gewiss bald Regen.

 

Mit dem „Degen“ ist dabei eine lange Wolkenfahne gemeint, ähnlich einem breiten Kondensationsstreifen.

 

Pilatus – Der Wanderberg

Der Pilatus ist ein wahrer Wanderberg. Egal ob eher eine ruhige, lockere Bergwanderung oder eher eine alpine Variante. Am Pilatus gibt es für jeden etwas. Einige dieser Wanderwege haben wir dir auf diesem Blogg beschrieben. Eine „Grobübersicht“ über die Wanderwege bekommst du auf der offiziellen Wanderkarte der Pilatusbahnen.

 

weiter zu Pilatus mit der Bahn

 

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